Panzer

Als Spezialfall innerhalb der Sammlung sind Panzer der Schweizer Armee an drei verschiedenen Standorten zu sehen.

Burgdorf

Als Stamm-Standort der Fahrzeuge ist Burgdorf auch die Heimat aller gepanzerten Fahrzeuge. Dies sind neben den eigentlichen Kampf- und Schützenpanzern auch alle anderen Fahrzeuge die sich auf Ketten bewegen, wie Panzerhaubitzen, Brückenpanzer, Entpannungspanzer, Munitionstransporter usw.

 

Thun Outdoor

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Schweiz darüber nachzudenken, eigene Panzer zu bauen. Damit die Rüstungsfachleute die damals angewandte Technik studieren und auf diese Weise wichtige Impulse für dieses Vorhaben sammeln konnten,  wurden ausgediente Panzer von den Schlachtfeldern Europas beschafft.

Nachdem diese Fahrzeuge ihren eigentlichen Zweck erfüllt hatten, standen sie als Schrott auf dem Gelände der Militärbetriebe. Einige, heute leider unbekannte Vorausschauende verhinderten, dass dieser Schrott entsorgt wurde und sorgten dafür, dass die Panzer auf dem Areal des alten Armeemotorfahrzeugparks aufgestellt wurden. Mit der Zeit kamen ausgemusterte Panzer der Schweizer Armee, sowie Versuchsmodelle und Prototypen dazu. Die Exponate fristeten ein trauriges Dasein. Nur die allernötigsten Arbeiten, im Frondienst ausgeführt, bewahrten sie vor dem völligen Verfall.

Erst in den 1970er-Jahren wurde es etwas besser: Ihren heutigen Standort verdanken die ehemaligen Studienobjekte dem Neubau der Ausbildungsanlagen für die Panzertruppen. Dieses Bauvorhaben ermöglichte die Schaffung eines einfachen Ausstellungsplatzes im sogenannten MLT-Dreieck. Mit «überzähligem» Beton gestalteten initiative Mitarbeiter und Architekten eine einfache Möglichkeit, die Panzer nach einem Facelifting in den Schulwerkstätten in Szene zu setzen. Durch Tauschaktionen und Geschenke anderer Streitkräfte wurde der Bestand kontinuierlich erhöht. Leider stehen die zum Teil äusserst seltenen Exponate aber immer noch ungedeckt im Freien und sind so dem Verfall preisgegeben.

Thun Indoor

Die Idee war denkbar einfach: Im Armeemotorfahrzeugpark war von allen jemals in der Armee eingeführten Panzern mindestens ein betriebstüchtiges Exemplar vorhanden. Diese Panzer sollten – ergänzt mit anderen Ausstellungsstücken – aus ihren «Verstecken» geholt und den jungen Kadern der Panzertruppe, aber auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Die Idee für ein «richtiges» Panzermuseum existierte schon lange. Es fehlte auch nicht an Projekten in allen Grössenordnungen und Preislagen. Obwohl einige Male der Startschuss für ein solches Projekt kurz bevorzustehen schien, rutschte das Vorhaben aus verschiedenen Gründen auf der Prioritätenliste immer wieder ganz nach unten.

Mit der Schaffung des Lehrverbandes Panzer im Jahr 2002 sah Brigadier Fred Heer eine Chance, das immer wieder verschobene Vorhaben doch noch zu realisieren. Es gelang ihm das Nutzungsrecht der alten Reithalle in der Kaserne zu erhalten. Mit Unterstützung vieler Gönner nahm das Projekt Gestalt an. Die Waffenplatzverwaltung unterzog die Halle einer sanften Renovation, das Zeughaus und der Armeemotorfahrzeugpark stellten Einrichtungen für die Präsentation her, Angehörige der Armee richteten die Ausstellungsräume her, der Verein Armeemuseum stellte die nötigen Stücke aus der Sammlung des Bundes bereit und beschaffte die Puppen für die Uniformausstellung. Die zusätzlich nötigen finanziellen Mittel kamen dank einem Hauptsponsor und vielen privaten Spendern zusammen. Am 19. Mai 2005 wurde die Ausstellung unter dem Titel «Sammlung historischer Panzer der Armee» in Anwesenheit von Nationalrätin Ursula Haller (SVP) und dem Thuner Stadtpräsidenten Hans-Ueli von Allmen (SP) eröffnet.