Kurze Geschichte der Radfahrer der Schweizer Armee

Die Radfahrer-Truppe bestand 112 Jahre und war als Kampftruppe weltweit ziemlich einmalig. Das Ordonnanzrad 05 stand bei den Radfahrern mehr als 90 Jahre in Gebrauch und dürfte eins der langlebigsten militärischen Geräte in moderner Zeit sein.

Nach positiven Versuchen mit Freiwilligen des Schweizer Radfahrer Bundes in Manövern in den 1880iger Jahren wurde Ende 1891 von National- und Ständerat die Einrichtung von Radfahrerabteilungen beschlossen. Das Fahrrad musste bis 1905 von den Radfahrern privat mitgebracht werden, eine Signalvorrichtung am Velo war vorgeschrieben, wobei ein Signalhorn gegen über der Glocke vorzuziehen sei. Gepäckträger, Laternenhalter und Pedalenstütze wurden abgegeben.

Die ausgebildeten Radfahrer-Soldaten bildeten jeweils kleine Detachements von maximal 15 Wehrmännern, die ihren Einsatz meistens als Meldefahrer im Verbindungs- und Übermittlungsdienst hatten.

1908 wurden die Radfahrer der Infanterie zugewiesen, ab 1936 erfolgte der Wechsel von der Infanterie zu den leichten Truppen (gelb) und sie wurden zur Kampftruppe. Ab 1965 kämpfen die Radfahrerverbände in einer eigenen Einsatz-Doktrin grundsätzlich wie Infanterieverbände. Anlässlich der Armee-Reform XXI wurde die Radfahrer-Truppe (insbesondere wegen Fehlens von Splitterschutz und moderner Sensortechnik) auf 31.12.2003 aufgehoben.