Die Sammlung der pferdegezogenen Wagen / Fourgons

Mit der Gründung der Kriegsmaterialverwaltung (KMV) im Jahr 1850 wurden die Materialbeschaffung, der Unterhalt und die Unterbringung von Armeematerial erstmals professionell organisiert, so entstanden auch für Fahrzeuge genaue Vorgaben: Masse, Gewichte; Material und Ausrüstung wurden genau spezifiziert bzw. standardisiert. Hier begann die geregelte Zusammenarbeit der Fahrzeugbauer mit der Armee.

Die Wagen wurden je nach Gewicht bis zu dreispännig mit 6 Pferden, in Ausnahmefällen mehr, gezogen. Dabei wurde immer das linke Pferd einer Reihe geritten und das rechts davon als Handpferd geführt.

Die Sammlung besteht aus ca. 110 Fahrzeugen und ist europaweit eine der grössten Sammlungen dieser Art. Das älteste Objekt stammt aus dem Jahr 1856. Die Mehrheit der Wagen sind ‚betriebsbereit‘ und werden bei Bedarf ausgeliehen und vorgeführt.

Die Wagen und deren Inhalt werden aufwendig konserviert und restauriert, sie werden fachgerechte gereinigt, evtl. demontiert und wieder zusammengestellt. Fehlende Teile werden ergänzt, bei Bedarf wiederhergestellt und eingebaut. Schäden durch Staub, alte Schmiermittel und Fette, Schimmelbildung, Insektenbefall, Rost, Grünspan, Risse werden repariert. Die originalen Materialien werden wo immer möglich erhalten, ebenso die Gebrauchsspuren. Alle Massnahmen werden dokumentiert; die Möglichkeit zur späteren Rückgängigmachung der Eingriffe soll damit gewährleistet sein.

Damit wird sichergestellt, dass das Wissen über die pferdegezogene Mobilität der Armee so weit möglich erhalten bleibt und die zum Teil einmaligen Stücke auch späteren Generationen gezeigt werden können.